Alleinerziehend und Beruf. Wer hat da noch Zeit sich ins Nachtleben zu stürzen, um einen neuen Partner zu finden. Aber vielleicht klappt es ja online.

Der Anteil der Singles in Deutschland ist in den vergangenen Jahrzehnten beachtlich angestiegen – die Zahlen unterliegen je nach Quelle zwar leichten Schwankungen, die Überschreitung der 10 Millionen-Grenze darf aber als recht sicher vernommen werden. Verlässliche und punktgenaue Statistiken sind bei diesem Thema auch deshalb so schwierig aufzustellen, weil sich kontinuierlich neue Pärchen finden, bestehende Beziehungen brechen auseinander, und generell kann die Grenze zwischen Single und Nicht-Single sehr fließend sein.

Die Gründe für diesen hohen Anteil sind natürlich genauso vielfältig, wie die Menschen, die sich aktuell mehr oder weniger freiwillig im Single-Dasein wiederfinden. Weder das Alleinsein an sich, noch Scheidung oder Trennung gelten heute als gesellschaftliches Tabu. Das Glück und die persönliche Verwirklichung des Einzelnen sind in den Vordergrund gerückt, dementsprechend steigen auch Erwartungen und Anforderungen an die Beziehung und den potenziellen Partner.

Die Falle der fehlenden Zeit

Diese Entwicklung ist in den meisten Fällen sicherlich als positiv einzuordnen. Problematischer gestalten sich für Singles aber aufgrund des veränderten gesellschaftlichen Alltags und des eigenen Bewusstseins die Suche und das Finden einer neuen Beziehung. Die meisten Singles haben verständlicherweise eine recht genaue Vorstellung ihres Traumpartners. Das schränkt die Auswahl schon mal entscheidend ein. Verstärkt wird die Problematik noch durch die von allen Seiten geforderte Flexibilität, die kompliziertere Arbeitswelt sowie das scharf getaktete, hohe Tempo unserer Gesellschaft. In noch schwierigeren Umständen befinden sich jedoch alleinerziehende Frauen und Männer, die sich nach einer neuen Beziehung sehnen.

Der Anteil Alleinerziehender an Familienhaushalten lag zuletzt bei etwa 22,9 Prozent. Neben den oben erwähnten Faktoren baut sich in diesen Fällen oft zusätzlicher Druck auf. Erstens ist die zeitliche Organisation noch anspruchsvoller. Die Voll- oder Teilzeitstelle muss abgestimmt werden mit der Verantwortung für den Nachwuchs. Zusätzlich wird dies oft noch verkompliziert durch die notwendigen Absprachen mit dem anderen Elternteil.

Finanzielle Belastung

Nicht zu unterschätzen ist auch der erhöhte finanzielle Druck, unter dem viele alleinerziehende Männer und Frauen stehen. Die zum Teil alleinige Last, dem eigenen Nachwuchs ein gutes Leben zu ermöglichen, kollidiert mit den für diese Gruppe meist ungünstigen und unfairen Bedingungen des deutschen Arbeitsmarkts. Zeitliche Flexibilität oder Verständnis für kurzfristige Pflichten bieten leider immer noch recht wenige Arbeitgeber, zudem werden alleinerziehende Bewerber oft von vornherein ausgeschlossen. Bestrebungen, dem entgegenzuwirken, gibt es zwar, in der Realität haben diese zum Großteil aber noch nicht merklich gefruchtet.

Neben diesen Komplikationen wird die Partnersuche auch noch durch das persönliche Verantwortungsgefühl gegenüber dem eigenen Nachwuchs beeinflusst. Potenzielle Partner sollten allgemein kinderfreundlich sein und sich natürlich auch mit den eigenen Kindern gut verstehen. Überdies hat die Rücksichtnahme auf die Gefühle der Kinder oberste Priorität. Sind diese überhaupt einverstanden mit einer möglichen Veränderung der familiären Situation? Wie viel Zeit darf man für die Partnersuche von all den anderen Anforderungen des Alltags abziehen? Auch diese Fragen spielen bei Alleinerziehenden eine ganz entscheidende Rolle.

Die Vorzüge der Online-Suche

Einen möglichen Ausweg aus dieser Lage bieten Online-Partnerbörsen, deren Beliebtheit sich auf einem kontinuierlich hohen Niveau bewegt. Natürlich sind auch diese Plattformen kein Allheilmittel, erfordern Zeit sowie persönliches Engagement und haben leider immer wieder auch nicht so angenehme Überraschungen parat. Insgesamt bieten sie aber in der aktuellen Zeit und in unserer Gesellschaft einen vergleichsweise einfachen Ausweg aus dem Dilemma Zeitmangel und Beziehungssehnsucht.

Das Kennenlernen über Partnerbörsen erfordert wenig Aufwand und ist flexibel. Außerdem hat hier der Zufall auch keine so große Rolle mehr inne. Wer wirklich an einer Beziehung interessiert ist, trifft hier im Idealfall auf Gleichgesinnte, was sich im Alltag in dieser Form einfach nicht steuern lässt. Zudem gibt es mittlerweile auch schon einige Nischen-Partnerbörsen, deren Angebot sich speziell an Alleinerziehende richtet. Bei der Suche nach einer neuen Liebe wird hier eine Hürde schon von vornherein entfernt, da Mitglieder hier natürlich tendenziell auf familienfreundliche und andere alleinerziehende Singles treffen. Netzsieger im Bereich Online Dating. Laut dem Testportal Netzsieger.de tummeln sich dort vor allem Menschen, die an einer langfristigen und ernsthaften Partnerschaft interessiert sind. Also ideal für Berufstätige und Alleinerziehende.

Gründliche Recherche ist ratsam

Natürlich gibt es auch unter den Online-Plattformen für Singles schwarze Schafe, außerdem unterscheiden sich die Anbieter in Angebot und Funktion teils erheblich. Es ist also definitiv sinnvoll, sich vor der Anmeldung über die verschiedenen Möglichkeiten detailliert zu informieren. Erfahrungsberichte vergangener und aktueller Mitglieder sind dabei ebenso hilfreich wie Testberichte von Online-Portalen, die die bekanntesten Anbieter miteinander vergleichen. Nach diesem Schritt spricht allerdings nichts dagegen, die vielfältigen und flexiblen Optionen einer Online-Singlebörse zu nutzen. So lässt sich das aus Partnersuche, Familien- und Arbeitspflicht entstehende Dilemma zumindest ein bisschen lösen.

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