High Heels

Willkommen im Land der Stöckelschuhe, das Sie nun zu Ihrem Heimatland erklärt haben. Ich will Ihnen zunächst die versprochenen Beispiele von Frauen liefern.

Lebensvisionen formulieren! (Teil 6)

All diese Frauen haben ihre Hemmschuhe abgestreift.Vielleicht finden Sie sich ja in der einen oder anderen Geschichte wieder und können erneut Rückenwind für sich daraus ziehen.

Beispiel 1: Nur ich kann mich sinnvoll um die Kinder kümmern

Kathrin schreibt: Mein Glaubenssatz war immer „Ich kann mich am besten sinnvoll um die Kinder kümmern“. Sabrina schreibt „Nur ich kann mich um die Kinder kümmern“. Zwei alte ausgediente Glaubenssätze, die beide Frauen abgelegt haben. Kathrin hat einen neuen Glaubenssatz gefunden, der jetzt heißt „Ich darf Verantwortung abgeben, um mich um mich selbst zu kümmern“. Er ist vorsichtig formuliert. Kathrin „darf“, sie „muss“ nicht. Und Kathrin kultiviert den Glaubenssatz, in dem sie sofort handelt und ein Wochenende alleine weg fährt. Immer wieder sucht sie sich diese Momente. Sabrina hat ebenfalls einen Glaubenssatz gefunden, der ihr selbst mehr Raum gibt: „Ich ziehe mich gelegentlich zurück, damit es mir gut geht!“ Sie hat feste Tage definiert, an denen die Kinder zu den Großeltern gehen oder beim Babysitter sind, trotz eines fast Full-Time-Jobs. Auch Sabrina helfen diese festen Zeiten, sich alleine durch Handeln in den neuen Zustand zu bringen.

Beispiel 2: Ich muss perfekt sein

„Ich muss perfekt sein“ war Felizitas Glaubenssatz. Ein typisch weiblicher Glaubenssatz, der mit der Geburt eines Kindes ad absurdum geführt wird, denn irgendwann hat unser Leben so viele Schauplätze, dass ich überhaupt nicht alle gleich gut bedienen kann. Und Perfektion ist ja ohnehin utopisch. Felizitas hat sich eine Liste mit allen ihren Rollen gemacht und festgelegt, wie perfekt sie in welcher Rolle sein möchte. Dann hat sie den neuen Glaubenssatz formuliert „Ich bin perfekt wo ich es will“. Damit fühlte sie sich wohl und sie ist sich sicher, eines Tages auch noch das Wort „perfekt“ zu streichen. Jetzt priorisiert sie im täglichen Leben ganz klar nach diesem Glaubenssatz. Und die Rückmeldung ihres Umfeldes gibt ihr Recht, denn plötzlich zieht sie sich in einzelnen Bereichen zurück, zeigt damit klar ihre Grenzen auf und zwingt andere zum Handeln. Wenn nämlich kein sauberes Geschirr mehr da ist, weil die perfekte, personifizierte Spülmaschine andere Prioritäten hatte, müssen die Kinder eben mal selbst ran.

Beispiel 3: Ich kann nicht „NEIN“ sagen!

Gerlinde glaubte lange, weder bei den Kindern noch beim Vorgesetzten NEIN sagen zu dürfen. Sie hat als neuen Glaubenssatz formuliert „Ich freue mich, wenn ich mal NEIN sage“. Sie hat ab sofort NEIN sagen als Stärke angesehen. Jeden Tag hat sie sich zum NEIN sagen gezwungen und sich über die Erfolge gefreut. Plötzlich kriegte sie nicht mehr die lästigen Zusatzaufgaben vom Chef, statt dessen anspruchsvollere Projekte. Denn NEIN sagen zu können ist auch eine wichtige Führungseigenschaft. Und auch die Kinder bekamen nicht mehr jeden Wunsch erfüllt, mussten auch einmal warten und lernten so Geduld. Wie schön NEIN sagen doch sein kann.

Gleich nach dem neuen Glaubenssatz zu handeln ist ein sehr wirkungsvoller Mechanismus, vor allem weil Sie gleich gezwungen sind, Verhaltensweisen zu ändern. Es gibt eben nichts Gutes außer man tut es, und zwar sofort. Stück für Stück haben die Mütter bei ihrem Handeln das ungute Gefühl abgelegt und gelernt, mehr und mehr die freie Zeit, das NEIN sagen oder das nicht Perfekte zu genießen.

Was können Sie ab sofort tun, um Ihren neuen Glaubenssatz mit Leben zu füllen, sich so zu verhalten, als würden Sie ihn schon glauben?

Meine Lebensvision

Wenn Sie Ihren neuen Glaubenssatz gut gefestigt haben, können Sie sich aufmachen zur nächsten Etappe, und zwar mit dem neuen Glaubenssatz im Gepäck. Wir wollen nun unsere Lebensvision, unser Bild von unserem Leben bauen, unser Schuhmodell festlegen, das zu uns passt. Wir werden diesen Schritt beim nächstem Mal noch verfeinern.

Mein 75. Geburtstag

Zunächst möchte ich Sie einfach bitten, sich zu überlegen, was jemand in einer Rede zu Ihrem 75. Geburtstag über Sie sagen soll. Dabei können Sie sich gemäß des unten stehenden Schaubilds auf 4 Bereiche konzentrieren: Körperliche Fitness, Karriere, Beziehungen und Sonstiges. Unter Sonstiges können Sie alles zusammenfassen, was Ihnen in Ihrem Leben sonst noch wichtig ist.

Überlegen Sie sich aber auch gut, ob Sie wirklich in allen Lebensbereichen aktiv sein wollen. Letztens hatte ich eine Dame im Seminar, die mir sagte: „Wenn ich es mir genau überlege, will ich gar nicht mehr Sport machen. Ich will auch gar nicht als sportlich da stehen, ich bin ein Genussmensch. Ich denke nur immer, ich muss das, weil andere es von mir erwarten!“ Ich habe mich riesig gefreut über diese Ehrlichkeit vor sich selbst und vor den anderen. Es geht vielen so. Vielleicht wollen Sie gar kein Ehrenamt ausfüllen und tun es trotzdem, vielleicht wollen Sie gar keine Karriere machen und tun es trotzdem, etc., etc. Stellen Sie sich also vor, was Sie am liebsten über sich hören würden, ganz für sich. Es muss Ihnen gefallen und nicht der Gesellschaft um Sie herum.

Machen Sie sich einfach schon einmal erste Gedanken zu diesem Thema. Ein paar Stichpunkte zu den vier (oder vielleicht auch nur drei Bereichen), beim nächsten Mal hören wir uns ein paar Lebensvisionen an, zur weiteren Inspiration.

Wir haben jetzt unsere Modellrichtung für die Stöckelschuhe ausgesucht. Ab jetzt wird losgelaufen. Ich freue mich mit Ihnen auf die ersten Schritte!

Ihre Katrin Seifarth

Alle Arbeitsblätter finden Sie hier!

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Bildnachweis: fotolia - Jogimie Gan

Vita
Katrin Seifarth ist Coach, Beraterin, Moderatorin und Autorin der Erfolgsbücher "Aus den Hemmschuhen in die Stöckelschuhe" und "Das SIEgER Team". Ihr Ziel: "Ich möchte möglichst vielen Müttern den Weg der Selbstzweifel und der Unzufriedenheit ersparen und den Prozess zu mehr Zufriedenheit massiv beschleunigen."
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