Recht auf Teilzeit

Angestellte haben ein Recht auf Teilzeit. Allerdings müssen bestimmte Voraussetzungen im Unternehmen gegeben sein.

Das Teilzeit- und Befristungsgesetz

Seit 2001 regelt das Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) ein einklagbares Recht auf Teilzeit für alle, die schon länger als sechs Monate in einem Unternehmen mit mehr als 15 Beschäftigten arbeiten. Allerdings gibt es Einschränkungen: Liegen betriebliche Gründe gegen die Teilzeitregelung vor, haben Arbeitnehmer kaum eine Chance, ihren Wunsch auf weniger Arbeit durchzusetzen. Der Grund: „Wann ein solcher betrieblicher Grund die Verringerung der Arbeitszeit verhindert, ist nicht eindeutig definiert“, erklärt Irmgard Diephaus, Essener Anwältin mit dem Schwerpunkt Arbeits- und Sozialrecht.

Betriebliche Gründe gegen Teilzeit

Sind die aus betrieblicher Sicht genannten Gründe nachvollziehbar und plausibel und führen sie zu einer gewissen Beeinträchtigung des Betriebes, kann der Wunsch nach Teilzeit abgelehnt werden. Gründe können Auswirkungen auf die Organisation, den Arbeitsablauf oder die Sicherheit im Betrieb sein, oder dass durch die neue Arbeitszeit unverhältnismäßige Kosten verursacht werden. Selbstverständlich kann jeder Arbeitnehmer das Recht auf Teilzeit einklagen, aber es macht nicht immer Sinn. „Benötigt der Arbeitgeber beispielsweise eine Ganztagskraft und kann nachweisen, dass eine zweite Teilzeitkraft nicht gefunden werden kann, ist eine Klage aussichtslos“, so Diephaus. Sie rät dazu, den Sachverhalt von einem Experten genau prüfen zu lassen, bevor man sich auf einen Rechtsstreit einlässt.

Wer nicht reagiert, stimmt zu

Grundsätzlich gilt: Der Arbeitnehmer muss spätestens drei Monate vor der gewünschten Arbeitszeitreduzierung den Wunsch äußern und den Umfang der Reduzierung beantragen. Der Arbeitgeber seinerseits muss spätestens einen Monat vor dem potenziellen Teilzeitstart reagieren – sich entweder einverstanden zeigen oder aber Gründe darlegen, die gegen die Teilzeit sprechen. Äußert sich der Arbeitgeber nicht, stimmt er automatisch zu.

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Vita
Da arbeitsrechtliche Probleme Arbeitnehmer meist auch emotional belasten, geht Fachanwältin für Arbeitsrecht Sandra Flämig berufliche Konflikte interdisziplinär an. Ziel in solchen Rechtsfällen ist es, Probleme auf rechtlicher und persönlicher Ebene zu lösen.
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