Vertrauensarbeitszeit ist die ideale Voraussetzungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Nur, dass die vereinbarte Aufgabe termingerecht abgeliefert wird, zählt

Das sagt das Arbeitsgesetz

Nach Feierabend sofort zur Kita rennen, schon wieder einen Theaterauftritt des Kindes verpassen, im Büro Zeit vertrödeln, weil es nicht mehr viel zu tun gibt – mit Vertrauensarbeitszeit kann das passé sein. Gearbeitet wird, wann man möchte. Die einzige Voraussetzung: Die vereinbarte Aufgabe muss termingerecht abgeliefert werden. Was es rechtlich zu beachten gibt, verrät Rechtsschutzexpertin Michaela Zientek in einer Pressemitteilung der D.A.S. Rechtsschutzversicherung.

„Eine Anwesenheitspflicht, feste Arbeitszeiten oder eine Zeiterfassung gibt es in aller Regel nicht. Der Vorgesetzte ‚vertraut‘ seinen Angestellten, und überlässt es ihnen, die eigene Arbeitszeit eigenverantwortlich auf die anfallenden Aufgaben zu verteilen”, erklärt Michaela Zientek. Sinnvoll sei diese Möglichkeit unter anderem für Angestellte, die häufig unterwegs sind, oft vom Heimbüro aus oder projektbasiert arbeiten. Laut Zientek nutzen auch Führungspersonen nutzen gerne Vertrauensarbeitszeit.

So funktioniert‘s

Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbaren in der Regel im Rahmen einer Zielvereinbarung, welche Arbeitsziele in welcher Zeit erreicht werden sollen. Zu welcher Tageszeit – da hat der Arbeitnehmer Spielraum. Häufig sei vertraglich geregelt, wie groß dieser Spielraum ist, beispielsweise von sieben bis 21 Uhr. Entsprechend der Vorgaben des Arbeitszeitgesetzes darf die durchschnittliche Arbeitszeit pro Tag über sechs Monate hinweg betrachtet acht Stunden nicht überschreiten. Muss ein Arbeitnehmer mal mehr als acht Stunden arbeiten, könne er sich dafür mehr Freizeit nehmen, wenn wieder weniger ansteht. Michaela Zientek rät, gemeinsam mit dem Arbeitgeber Regelungen abzusprechen, was passiert, wenn dieser Ausgleich aufgrund einer ständig zu großen Aufgabenfülle nicht möglich ist.

„Wichtig ist, dass der Mitarbeiter seine Arbeitszeiten korrekt protokolliert. Außerdem sollte er rechtzeitig seinen Chef informieren, wenn der ursprünglich vereinbarte Zeitrahmen für eine Aufgabe einfach nicht ausreicht oder die Belastung zu groß wird”, empfiehlt Michaela Zientek. Das Arbeitszeitgesetz schreibe vor, dass Arbeitgeber Mehrarbeit ihrer Angestellten notieren und diese Unterlagen zwei Jahre lang aufbewahren müssen. Damit all dies überhaupt möglich ist, müsse die Vertrauensarbeitszeit entweder im Arbeitsvertrag, in einer Betriebsvereinbarung oder im Tarifvertrag verankert werden. Gibt es einen Betriebsrat, sei zusätzlich dessen Zustimmung notwendig.